
KI-Boom treibt Aktienmärkte und Vision M&A-Transaktionen
Vision M&A-Report Q2 2026
Q2 2026 – M&A-Trends, Bewertungsmultiples & Transaktionen im Bereich Software
Vor dem Hintergrund eines allgemeinen Rückgangs der Bewertungsmultiples im Softwarebereich und einer anhaltenden durch KI-bedingten Streuung hat sich der Bereich IT-Infrastruktur-Software vom Gesamtsektor abgekoppelt. Er hat sich erneut als widerstandsfähiges Wachstumssegment etabliert.
Während der ARTHOS-Software-Index Anfang 2026 aufgrund von Bedenken, dass KI die bestehenden Installationsbasen verdrängen könnte, eine starke Korrektur verzeichnete, legte der ARTHOS-IT-Infrastruktur-Index im ersten Halbjahr 2026 um 19 % zu. Dabei führten Arista Networks (+300 %) und IBM (+145 %) eine strukturelle Neubewertung der Softwarelayer an, auf denen die KI-Workloads von Unternehmen tatsächlich ausgeführt werden.
Die makroökonomischen Rahmenbedingungen verstärken diese Rotation. Selbst wenn CIOs ihre frei verfügbaren SaaS-Ausgaben drosseln, werden die Infrastrukturbudgets weitgehend geschont: Die weltweiten Ausgaben für IT-Infrastruktur-Software werden voraussichtlich von ~441 Mrd. US-Dollar im Jahr 2026 auf 615 Mrd. US-Dollar bis 2029 steigen (12 % CAGR). KI-relevante Teilsegmente verzeichnen dabei eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 15 %. In Europa unterstreichen das „Digital Decade“-Ziel einer Cloud-Akzeptanz von 75 % in Unternehmen bis 2030 und ein von 40 Mrd. US-Dollar auf 43,5 Mrd. US-Dollar: anwachsender Markt für Cloud-Infrastrukturdienste – die Beständigkeit der Nachfrage. PaaS stellt dabei das am schnellsten wachsende Layer dar.

Managing Partner ARTHOS
Experte für Digital Services & Software

Die Anlagestrategie stützt sich auf vier sich überschneidende Trends, die sich in unserem Beobachtungsbereich abzeichnen: Cloud-native und Kubernetes-basierte Workload-Orchestrierung, tiefere Sicherheitsintegration in den Infrastruktur-Stack, Automatisierung des Hybrid-Cloud-Managements sowie die Konsolidierung fragmentierter Datenplattformen zu KI-fähigen, einheitlichen Datenarchitekturen.
Jüngste M&A-Transaktionen belegen diesen Wandel, darunter IBM/Confluent (11 Mrd. US-Dollar), ServiceNow/Armis (7,75 Mrd. US-Dollar), Palo Alto/CyberArk (25 Mrd. US-Dollar), IREN/Mirantis (625 Mio. US-Dollar) sowie die Übernahmen von Reltio und Dremio durch SAP. Strategische Investoren gehen eindeutig in die Offensive, um die KI-enabling Layer zu erwerben, während Finanzinvestoren die Plattformkonsolidierung weiter vorantreiben.

Die M&A-Dynamik untermauert diese Einschätzung: Im ersten Quartal 2026* wurden 80 Transaktionen abgeschlossen, nachdem im vierten Quartal 2025 ein Rekordwert von 109 verzeichnet worden waren. Die Unternehmensbewertungen spiegeln den Aufschlag wider: IT-Infrastruktur-Softwareunternehmen werden mit dem ca. 4,2-fachen des NTM-EV/Sales gehandelt, gegenüber dem ca. 3-fachen für den Software-Gesamtmarkt, wobei führende Plattformen erhebliche Knappheitsprämien erzielen.
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